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Winzer schleppen Wasser

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, sagt ein altes Sprichwort. Was das heißt, haben die 45 Mitglieder der Rotenburger Weinfreunde in den vergangenen Wochen erlebt. Die Winzer vom Teufelsberg haben Eimer für Eimer mehr als 6000 Liter Wasser zu den 810 Pflanzen geschleppt.

Bevor einmal Trauben von der Sonne verwöhnt werden, ist ist harte Arbeit an der Tagesordnung. Die Hobbywinzer haben den Südhang zwischen dem Forsthaus Guttels und dem Waldrand hergerichtet. Sie haben Pfähle geschlagen, Spanndrähte gezogen, gehackt und gepflanzt. Mitte April hatten die Weinfreunde die Pflanzen in Heppenheim an der Bergstraße aus dem Kühlhaus geholt.

Inzwischen sind 610 Pflanzen der Sorte Regent (rote Traube) und 200 Ruländer (weiß) in der Erde. Für diese Sorten hat man sich entschieden, weil sie resistent gegen die Reblaus sind. Und sie seien widerstandsfähiger gegen den Mehltau und verschiedene andere Pilzerkrankungen, sagt Heinrich Wacker. Der Vorsitzende der Weinfreunde ist Fachmann. Er ist hauptberuflich Umweltberater der Stadt Rotenburg und war seinerzeit federführend für den Hochwasserschutz im Fuldatal zwischen Rotenburg und Braach. Hier wurden Hochwasser-, Umwelt- und Naturschutz so vorbildlich in Einklang gebracht, dass es vor zwei Jahren einen Sonderpreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums gab.

Zurück zu den Schädlingen: Die Winzer vom Teufelsberg haben auch Beetrosen gepflanzt - Lübecker Rotspon. "Wenn der Mehltau kommt, dann geht der erst an die Rosen", sagt Hobbywinzer Friedrich Hessler.

Er und all seine fleißigen Mitstreiter haben viel zu tun. Sie schleppen in den trockenen Tagen nicht nur Wasser. Sie spannen die Drähte nach, hacken, stellen Bänke auf. Und kontrollieren den Verbiss-Schutz. Der soll verhindern, dass Hasen und Rehe die jungen Triebe abfressen.

Jede Pflanze bekam einen kunststoffummantelten Pfahl und eine 60 Zentimeter hohe, dreieckige Kunststoffhülle. Das ist der Verbiss-Schutz und - wie es Wacker formuliert - ein kleines Gewächshaus zum optimalen Anwachsen. Das ist Wacker zufolge ein ganz neues Verfahren - ein Patent des Pflanzenlieferanten.

Warten auf Regen

Für das optimale Anwachsen brauchen auch die Hobbywinzer Regen. Noch wird der neue Weinberg vom blühenden Raps eingerahmt. Bald soll auf den Wegen die Landschaftsrasenmischung für frisches Grün sorgen. Egal, wie sich der Teufelsberg gerade präsentiert. Hoch oben von den Bänken hat man einen herrlichen Blick ins Tal. Und Jürgen Schaub hat diesen Spruch ins Holz einer Tafel gebrannt: "Siehe das Gegebene, genieße das Erschaffene, erblicke die Harmonie."
Quelle: (HNA Manfred Schaake)

Nachricht vom 1.5.07 08:43

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 18. Oktober 2019

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