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Der Arbeitsmarkt im April 2020 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Trotz Rekord-Inanspruchnahme von Kurzarbeit: Corona-Pandemie lässt Arbeitslosigkeit stark ansteigen

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitslosigkeit in Waldhessen stark ansteigen lassen. Im April waren in der Region Hersfeld-Rotenburg 2.561 Personen arbeitslos. Dies waren 215 mehr als im März (+9,2 Prozent) und rund acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,0 Prozent (Vormonat: 3,6 Prozent; Vorjahr: 3,7 Prozent).

Durch die aktuelle Entwicklung ist der Bestand der Arbeitslosen, die bei der Arbeitsagentur Bad Hersfeld gemeldet sind, binnen Jahresfrist um 204 auf 1.095 gestiegen. Das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg zählt momentan 1.466 Arbeitslos – 15 weniger als vor einem Jahr.

Mit einem Plus gegenüber dem Vormonat von 19 Prozent auf 295 sind jüngere Arbeitslose am stärksten von der negativen Konjunkturentwicklung betroffen. Auch der Vergleich zum Vorjahr fällt ähnlich aus (+18 Prozent). Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, sieht es als besondere Herausforderung, diese jungen Menschen, die nach Beendigung ihrer Ausbildung vom Betrieb nicht übernommen wurden oder nur eine geringe Berufserfahrung vorweisen, möglichst zeitnah in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre liegt nun um mehr als elf Prozent über dem Vorjahreswert. Im März waren es noch 2,5 Prozent weniger als im März 2019.

Wie massiv die Pandemie den Arbeitsmarkt beeinträchtigt, wird durch die Zugangszahlen in Arbeitslosigkeit deutlich. So haben sich im April 314 Personen aus einer vorherigen Beschäftigung arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahresmonat um 25 Prozent. Zugleich konnten immerhin 179 Menschen in eine Erwerbstätigkeit integriert werden, allerdings war dies ein Drittel weniger als in 2019.

Stellensituation

Seit Beginn des Lockdowns gingen bei der Agentur für Arbeit die Stellenmeldungen der Arbeitgeber stark zurück. Mit 186 lag die Zahl der gemeldeten Stellen im April um rund 50 Prozent unter der des Vorjahres. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen reduzierte sich im gleichen Zeitraum um fast 39 Prozent auf 1.011.

Nachfrage nach Personal besteht weiterhin im Bereich der Altenpflege, in medizinischen und Gesundheitsberufen sowie in der Zeitarbeit, wenn auch auf niedrigem Niveau. Einstellungen im unteren dreistelligen Bereich stehen im Versandhandel an.

Kurzarbeit

Im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie sind die Anzeigen von Kurzarbeit seit Mitte März explosionsartig gestiegen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind bis zum 26. April insgesamt 932 Anzeigen eingegangen, die sich auf 10.860 Beschäftigte beziehen. Damit könnte mehr als jeder fünfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg von Kurzarbeit betroffen sein. Das ist laut Agenturchef Dombrowski ein in dieser Höhe noch nie dagewesenes Niveau, das den knallharten Einschnitt für die heimische Wirtschaft verdeutlicht. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgt, wird man erst in den nächsten Wochen und Monaten exakt sagen können, wie viele Beschäftigte in welchem Umfang tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass die faktische Inanspruchnahme insgesamt unterhalb der angezeigten Beschäftigtenzahl liegen wird.

Nachricht vom 30.4.20 12:31

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Letzte Aktualisierung: Samstag, 30. Mai 2020

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