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Landrat: Cantus-Start mit Licht und Schatten

Dr. Schmidt will bessere Pünktlichkeit in NVV-Gremien thematisieren
„Es läuft noch nicht alles rund– aber insgesamt war der Start zufriedenstellend“. Dieses Resümee hat Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt nach Ablauf der ersten 30 Tage Schienen-Nahverkehr mit dem neuen Betreiber „Cantus“ im Nordost-Hessennetz des NVV gezogen. Die neuen Züge sind freundlich und hell, sie werden ordentlich sauber gehalten und sind dank der Video-Überwachung subjektiv und objektiv sicherer, als die alten roten DB-Waggons. „Aber an der Pünktlichkeit der Züge muss noch nachgearbeitet werden“, erklärte der Landrat.

Seit dem 10. Dezember 2006 betreibt das von Hessischer Landesbahn und Hamburger Hochbahn gegründete Schienenverkehrs-Unternehmen „Cantus“ die Schienenverkehre in Nordosthessen und damit auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Linien von Kassel nach Fulda, von Göttingen nach Fulda und von Eisenach nach Bebra laufen in der Eisenbahnerstadt zusammen. Insgesamt, so der NVV gegenüber dem Landrat, werden mit 20 Triebfahrzeugen werktags 150 Verbindungen, samstags 110 und sonntags 97 gefahren. Dabei nutzen im Schnitt rund 15.000 Fahrgäste täglich die Angebote.

Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Betreiber sind nach den Informationen, die dem Landrat zugegangen sind, „überwiegend freundlich“. Allerdings gebe es auch eine Reihe von kritischen Stimmen, vor allem aus dem Raum Bebra. Sie beträfen in erster Linie die Verbindung nach Kassel und zurück, berichtete der Landrat. Eine Toilette habe nicht funktioniert, einmal sei ein Zug bei einem Haltepunkt durchgefahren, zu manchen Zeiten gebe es starkes Gedränge und viele Gäste müssten stehen. Diese Anfangsschwierigkeiten werden nach den Informationen des NVV sehr genau analysiert und wenn möglich abgebaut, erklärte der Landrat weiter. Solche kleineren Schwierigkeiten könnten bei einem kompletten Neustart schon mal vorkommen, müssten aber möglichst rasch abgestellt werden, sagte Dr. Schmidt.

Schwieriger sieht es seiner Ansicht nach bei den Verspätungen aus. Da ist es unbedingt erforderlich, dass sich NVV und Cantus mit der DB-Netz zusammensetzten und die Ursachen der Verspätungen analysieren und beheben, forderte der Landrat. Er kündigte an, dass er diese Frage in der kommenden Sitzung mit der Geschäftsleitung des NVV, die schon terminiert ist, ansprechen werde. Es müsse verhindert werden, dass sich bei Cantus eine ähnliche Unpünktlichkeit einstelle, wie sie von den Bahnnutzern in den letzten Monaten vor dem Wechsel bei den DB-Zügen massiv beklagt wurde, sagte Dr. Schmidt.

„Cantus hat, wie alle Neulinge, 100 Tage Schonfrist. Davon ist jetzt ein Drittel um. Ich erwarte, dass die Anlauf- und Anfangsschwierigkeiten spätestens Ende März weitgehend behoben sind“, erklärte der Landrat. Er begrüßte sehr, dass der NVV für Verspätungen Geld rückerstattet. Bei Einzelfahrscheinen und Verspätungen von mehr als fünf Minuten gibt es den gesamten Fahrpreis zurück. „Das ist eine kundenfreundliche Regelung“, sagte der Landrat; „wichtiger wäre mir aber, wenn alle Züge pünktlich fahren“.

Dr. Schmidt forderte die Verantwortlichen abschließend dazu auf, die Cantus-Züge in Bad Hersfeld nicht länger auf Gleis 4 abfahren zu lassen. Gleis 4 ist das einzige Gleis ohne Aufzug und damit ohne Zugang für Behinderte. Auf den Gleisen 1 bis 3 gibt es Aufzüge. Diese Situation grenze an einen Skandal, sagte Dr. Schmidt. Hier seien Gespräche mit DB-Netz unbedingt erforderlich, sagte der Landrat abschließend.

Nachricht vom 12.1.07 11:28

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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 19. Januar 2020

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