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„Entrepreneur des Jahres 2007“ in der Kategorie Handel

Die Ladenkette seines Vaters entwickelte Wolfgang Gutberlet zu einem regionalen Handelsunternehmen und zu einem Vorreiter für Biolebensmittel. Für sein nachhaltiges Wirtschaften und seine unternehmerischen Erfolge zeichnet das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young Wolfgang Gutberlet als „Entrepreneur des Jahres 2007“ aus.

Der Entrepreneur

„Bio ist für mich keine Mode, schon gar nicht eine politisch begründete“, sagt Wolfgang Gutberlet. „Es ist für mich die Besinnung auf Tradition und Erfahrung, gelebte Verantwortung auch in einem ökonomisch nachhaltigen Sinn.“ Der Unternehmer (Jahrgang 1944) wählt die Worte, mit denen er seine Überzeugung beschreibt, mit Bedacht. Mit dieser Gründlichkeit entwickelt er seit 34 Jahren das Handelsunternehmen tegut weiter. Gegen den Branchentrend wächst dieses seit Jahren stetig, erreichte 2004 beim Umsatz erstmals die Milliardengrenze und ist heute unter den führenden Handelsketten des Landes zu finden. „Es ist möglich, ökologisches Engagement und wirtschaftliches Erfolgsdenken zu vereinbaren“, fasst Gutberlet seine Erfahrungen zusammen. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium übernimmt Gutberlet 1973 die Kette mit damals 53 Läden im Rhein-Main-Gebiet von seinem Vater Theo, der tegut 1947 gegründet hatte. 1982 erweitert der junge Chef als einer der ersten Händler sein Sortiment um Bio-Lebensmittel und ebnete damit einen Boom, dessen Ausmaß erst jetzt richtig zu erkennen ist. „Wir brauchen bessere Qualitäten, und damals wie heute hat mir nur die Bio-Bewegung ernsthafte Antworten gegeben“, sagt Gutberlet nur. „Es war eine große Herausforderung, aus dem patriarchisch geprägten Nachkriegsunternehmen das zu machen, was wir heute sind, die tegut Arbeitsgemeinschaft.“ Der Diplom-Kaufmann ließ sich dabei von Traditionen ebenso leiten wie er mit ihnen brach. „Den Leuten gute Lebensmittel bieten“ – das Motto seines Vaters wird zum Auftrag, ständig an der Qualität zu feilen und Produktionsprozesse im ökologischen wie auch im technischen Sinne zu erneuern. 1989 führt er das Unternehmen in die Wolfgang Gutberlet Stiftung & Co. und richtet einen externen Aufsichtsrat ein, um die Führungsqualität zu verbessern. Mitarbeiter schätzen und nutzen die Weiterbildungsangebote und Verantwortlichkeiten, die Gutberlet ihnen überträgt. Den Lehrlingen im Konzern gibt er die Möglichkeit, sich während der Ausbildung sozial zu engagieren. Ebenfalls 1989 richtet er eine weitere Stiftung ein, in die ein Teil der Überschüsse fließt und die sich der Erforschung der Lebensmittelqualität widmet. „Eine der schönsten Aufgaben als Unternehmer ist es, junge Menschen dafür zu gewinnen, etwas für andere zu tun“, bestätigt Gutberlet. „Um erfolgreich zu sein, steht man als Unternehmer auch vor der Frage, welche Spur man für die nachkommenden Generationen hinterlässt.“

Die Innovation

„Die Einführung von Bioprodukten im klassischen Lebensmitteleinzelhandel war Anfang der achtziger Jahre sicher einzigartig in Deutschland und Europa“, meint Gutberlet heute. Doch damit hat sich die Innovationskraft des Unternehmers nicht erschöpft. Der Qualitätsanspruch führt zu vielen Neuerungen in den Lieferantenbeziehungen, bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und sogar zu neuen Dienstleistungen. Um diesen Prozess bewusst auszunutzen, gründet Gutberlet 1993 das Institut Kwalis zur umfassenden Erforschung der Herstellung und Verfeinerung von Biowaren. „Die Forschungsergebnisse haben maßgeblichen Einfluss auf die Produktentwicklung genommen, nicht nur auf die eigenen“, rechtfertigt er den Etat, den tegut und andere Firmen beisteuern. Doch zunächst entstand aus der elektronischen Datenverarbeitung, die Gutberlet noch als Betriebswirtschaftsstudent mit Hilfe eines Softwarehauses aufbaute, ein Warenwirtschaftssystem. Als Antwort auf den Preisverfall auf dem Viehmarkt regt die tegut-Tochter Kurhessische Fleischwaren (kff) Erzeugergemeinschaften an. Für höhere Qualitätsvorgaben bei Zucht und Mast sichert der Metzgerei-Betrieb seinen Lieferanten höhere Preise. Die jüngste Innovation macht eine Räucheranlage der kff zur modernsten in Europa, denn hier entsteht Rauch durch Abrieb von Holzscheiten bei niedrigen Temperaturen. „Dadurch gibt es keine Flamme, sondern einen ganz weichen Rauch“, erläutert Gutberlet. Der sorgt für gesunden Genuss und schont zudem Natur und Ressourcen. In den Herzberger Bäckereien, noch eine tegut-Tochter, wird hingegen mit alten Rezepten experimentiert, um Brot aus unbehandeltem Getreide zu backen. Aus der Erfahrung, dass Wasser ein wichtiger Geschmacksträger ist, entsteht hier fast nebenbei eine Aufbereitungstechnologie, die Quellwasser zum natürlichen Mineralwasser macht. Um schließlich die Servicequalität zu erhöhen, investiert Gutberlet systematisch in Bildung. Mit Pädagogen und Trainern entsteht ein Selbstlernprogramm für Lebensmittelhändler. „Bei der Arbeit finden Menschen einen Teil vom Sinn des Lebens, hier erreicht er in der Gemeinschaft mehr als allein“, meint Gutberlet.

Das Wachstum

„Man kann erfolgreich sein, wenn man Konzentration und Geduld beweist“, weiß Gutberlet. Weitgehend aus eigener Kraft wuchs die Handelskette in den 34 Jahren unter seiner Führung von 53 auf 303 Filialen. Vor allem nach der deutschen Wiedervereinigung dehnte Gutberlet sein Netz vom Hessischen auch nach Thüringen, Sachsen und Nordbayern aus. Zudem ergänzte er es um die Kurhessischen Fleischwaren und das Herzberger Backwerk. Heute beschäftigt die Gruppe knapp 6000 Mitarbeiter. Und auch die Einnahmen haben sich vervielfacht: So kletterte der Umsatz 2007 auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Ein nicht unerheblicher Teil davon wird bereits mit Bio-Waren erzielt. Tendenz: sprunghaft steigend. Aufgrund der konsequenten Bemühungen um Qualität gilt tegut in der Branche der Händler als Unternehmen mit klar erkennbarem Profil. Nach dem Motto „Wo man sich wohl fühlt, hat man keine Eile“ kurbeln eine ansprechende Einrichtung, aber auch Aktionen wie Verkostungen den Verkauf und das Wachstum an.

Die Vision

„Wir werden weiter an der Frage forschen, wie wir bessere Indikatoren dafür bekommen, was dem Menschen gut bekommt und was ihm Kraft gibt“, hat sich Gutberlet vorgenommen. Das bringt auch das Filialnetz voran. Jedes Jahr zehn neue Läden plant der umtriebige Unternehmer. Konfrontiert mit den Lebensmittelskandalen der jüngsten Vergangenheit und einer wachsenden Verbreitung von gentechnologisch veränderten Pflanzen, bestätigen die Verbraucher mehr denn je die nachhaltige Strategie von tegut. Sie fordern heute mehr Informationen über Zulieferer und Produktionsbedingungen. tegut kann hier auf persönliche Beziehungen und auf eigene Forschungsergebnisse verweisen und will dafür in Zukunft die Kooperationen mit Landwirtschaft und engagierten Bauern verstärken. Zudem bietet teguts Lernstatt neben der Zentrale Interessiertenseminare rund um eine genussreiche und gesunde Lebensführung. Für Wachstum ist gesorgt – und auch für Kontinuität: Mit Sohn Thomas arbeitet bereits die dritte Generation am weiteren Erfolg von tegut mit.

tegut… Wolfgang Gutberlet-Stiftung & Co., Fulda

Zur tegut… Wolfgang Gutberlet-Stiftung zählen aktuell mehr als 300 Filialen und die beiden Produktionsbetriebe Kurhessische Fleischwaren sowie Herzberger Backwaren. So erzielte die Gruppe 2007 einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Ein nicht unerheblicher Teil davon stammt aus dem Vertrieb von Biowaren. Tegut beschäftigt knapp 6.000 Mitarbeiter in Deutschland.

Nachricht vom 20.10.07 09:34

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