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Jugendliche lebenstüchtiger und berufsfähiger machen

Gute Ergebnisse auf der Zukunftskonferenz in der Geistalschule

„Im Landkreis gibt es schon gute Netzwerke und Kooperationen für den Übergang Jugendlicher von der Schule in den Beruf“, stellte der Referatsleiter für Real- und Hauptschulen des Hessischen Kultusministeriums, Klaus Beier, fest, betonte aber auch, dass die Berufsorientierung noch stärker in den Schulalltag eingegliedert werden müsse. Nur so könnten Schülerinnen und Schüler Perspektiven gegeben werden. Auf der zweiten Zukunftskonferenz des Landkreises zum Übergang von der Schule zum Beruf vertrat Beier vor mehr als 70 Pädagogen, Vertretern der Wirtschaft, Job-Coaches, Schulsozialarbeitern und Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsvermittlern die Ansicht, dass schon im siebten Schuljahr jeder Schülerin und jedem Schüler eine für ihn mögliche berufliche Laufbahn nach einem eingehenden Kompetenztest aufgezeigt werden sollte. „Das gibt allen eine neue Motivation.“

Die Schulen allein könnten diese Mehrarbeit nicht leisten. Deshalb sei der Landkreis als Schulträger mit seinen engen Verbindung zu seinen Bildungseinrichtungen, aber auch zu Unternehmen, IHK und Handwerkskammer auf dem richtigen Weg.

Dies unterstrich Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Christa Bittner mit Zahlen. „Seitdem in vier Gesamtschulen die Berufsorientierung in vielfältiger Form in den Unterricht integriert wurde, haben wir deutliche bessere Ergebnisse. Fanden früher nur 15 Prozent der Hauptschüler direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz, so sind es nunmehr 22 Prozent. Und nur zwei Prozent der Hauptschul-Absolventen stehen derzeit ohne ein Anschluss-Angebot da“, berichtete sie.

Der stellvertretende Leiter der gastgebenden Geistalschule, Ulrich Eckhardt, hatte zuvor die Zukunftskonferenz an eine maritime Weisheit erinnert: „Wer nicht weiß, wohin er segeln will, dem ist kein Wind günstig“. Doch die Richtung ist im Landkreis festgelegt, wie die Erste Kreisbeigeordnete und Ralph Kersten – Leiter des vom Wirtschaftsministeriums unterstützten Projektes zur Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen (OloV) – gemeinsam bestätigten: „Es geht darum, unsere Jugendlichen lebenstüchtiger und berufsfähiger zu machen. Berufsorientierung sollte für alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 verbindlich werden.“

Dazu gehöre Förderplanung, die Kompetenzermittlung, das Kennenlernen unterschiedlicher Berufsfelder in Praktika, Elternarbeit und ein früh beginnendes Bewerbungstraining.

Damit waren auch die Felder der verschiedenen Arbeitsgruppen auf der Zukunftskonferenz abgesteckt, die zu den Ergebnissen kamen:

·Job-Coachs und Jugendberufshilfe übernehmen in der Förderplanung eine Mittlerfunktion zwischen Schulen, freien Trägen und Fallmanagement.

·Eine Koordinierungsstelle für Kompetenzermittlung sowie ein Assessorenpool zur gegenseitigen Unterstützung sollen eingerichtet werden.

·Elternarbeit muss im Schulprogramm und im Gesamtkonzept verankert werden. Eltern sollten einbezogen, statt einbestellt werden. Schulsozialarbeit sowie Beruf- und Jugendhilfe gGmbH leisten Unterstützung bei der Konzeptentwicklung in Schulen.


·Grundlage muss die Befähigung Jugendlicher werden, eigene Kompetenzen zu erkennen. Das Thema Bewerbung und berufliche Orientierung muss frühzeitig - spätestens ab Klasse 7 - in Schulen Teil des Unterrichts werden. Dabei ist Sozialkompetenz die Basis der Entwicklung von „Lebensmodellen“ der Schülerinnen und Schüler.

Aus allen Arbeitsgruppen nahm Referatsleiter Klaus Beier die Forderung an das Kultusministerium mit, Lehrerinnen und Lehrern Zeitdeputate für die berufliche Orientierung ihrer Schülerinnen und Schüler zu geben. Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner hofft, dass sich nach der Zukunftskonferenz neben der Brüder-Grimm-, der Jakob-Grimm-, der Blumenstein- und der Geistalschule noch weitere Schulen des Landkreises auf den Weg zur Berufsorientierung machen: „Dabei unterstützen wir sie als Schulträger, wo wir können.“

Auf der Zukunftskonferenz zum Thema „Übergang von der Schule in den Beruf“ lobte Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner besonders das Engagement der Geistal-Schule (GSG) in der Berufsorientierung. Mit einer Urkunde des Landkreises zeichnete sie die GSG als „berufswahlorientierte Schule“ aus, da sie seit zehn Jahren mit Projekten wie Begabungstests und kontinuierlichen Praxistagen, aber auch mit Schulsozialarbeit und neuerdings Job-Coaches für einen guten Start ihrer Schülerinnen und Schülern ins Berufsleben sorgt.

Christa Bittner überreichte unter dem Beifall der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftskonferenz die Urkunde an den stellvertretenden Leiter der Gesamtschule Geistal, Ulrich Eckhardt (Zweiter von rechts), Hauptschulleiter Harald Tauber (links) und Realschulleiterin Katrin Göbel-Knapp (rechts)

Nachricht vom 5.11.07 09:38

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