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GDL: Rechtsauffassung bestätigt – Bebra wichtiger Streikpunkt

Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begrüßt die Entscheidung des in Chemnitz sitzenden sächsischen Landesarbeitsgericht vom 2. November, in welcher die GDL ihr Streikrecht im Güterverkehr, sowie im Fernverkehr zurückerhalten hat. Thomas Mühlhausen, Vorsitzender der Ortsgruppe Bebra dazu: „Nachdem wir dem Arbeitgeber bereits gezeigt haben, dass bereits wenige Mitarbeiter des Fahrpersonals ausreichen um den Betrieb im Nahverkehr nachhaltig zu stören haben wir nun das Streikrecht in den beiden Bereichen wieder erhalten, in welchen es die Bahn finanziell weitaus härter trifft als im Nahverkehr. Unsere Rechtsauffassung wurde durch die Chemnitzer Richter bestätigt, wir hoffen nun das die Bahn ein neues, wirklich verhandlungsfähiges Angebot vorlegt.“ Der GDL geht es hierbei weiterhin um einen eigenständigen Tarifvertrag in welchem sie die Konditionen der durch sie vertretenen Mitarbeitergruppe alleine mit der Arbeitgeber aushandelt, die Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde auf 40 Stunden, die Vereinfachung des bisherigen Zulagensystems durch Integrierung eines Großteils dieser Zulagen in den Grundlohn, sowie eine Steigerung des Grundgehaltes um einen zweistelligen Prozentsatz. Mühlhausen weiter: „Wir verlangen nichts Unmögliches und sind weiterhin der Auffassung, dass 1600 Euro netto inklusive aller Zulagen für die verantwortungsvolle und extrem anstrengende Arbeit eines Lokführers, eines Zugbegleiters oder eines Mitarbeiters aus dem Speisewagen zu wenig sind. Die genannten Berufsgruppen haben in den vergangenen zehn Jahren ihren Teil dazu beigetragen das sich das Unternehmen sanieren konnte ohne das Mitarbeiter dafür in noch größerem Maße auf die Straße gestellt werden mussten als dies ohnehin schon passiert ist. Jetzt geht es dem Unternehmen blendend, man will dies nun allerdings nicht honorieren. Ohne die Arbeitsleistung der Kollegen von früher schlecht machen zu wollen, aber das was früher drei oder vier Kolleginnen oder Kollegen machten ist heute Aufgabe von einem einzigen Mitarbeiter. Nimmt man jetzt die 1600 Euro und nimmt die uns immer wieder vorgeworfenen 31 Prozent und sattelt diese oben auf landet man bei knapp 2100 Euro.“
Für Deutschland wird der Streik im Güterverkehr weitreichende Folgen haben, da ist sich Mühlhausen sicher. „Im Bereich Güterverkehr arbeitet jedoch, besonders in den alten Bundesländern, noch ein erheblicher Teil verbeamteter Lokführer die sich nicht am Streik beteiligen dürfen. Dennoch sind etwa 50 Prozent aller Lokführer aus diesem Bereich streikberechtigt. Das in Deutschland also irgendwann das Licht ausgeht weil keine Kohle mehr für die Kraftwerke gebracht wird halte ich für unwahrscheinlich.“ In der Region werden einige Unternehmen jedoch mit Beeinträchtigungen rechnen müssen: „Das Original-Teile-Center von Volkswagen in Baunatal, sowie die Kali und Salz AG mit ihren Förderstätten rund um Heringen, Phillipsthal und Hattorf werden während des Streiks mit wesentlich weniger Zügen rechnen müssen als momentan. Auch die deutsche Autoindustrie wird betroffen sein, da in Bebra die für den Transport zu den Seehäfen notwendigen Transportwagen zwischengelagert werden. Der Rangierbahnhof Bebra mit seiner Personaleinsatzstelle ist auf der klassische Hauptabfuhrstrecke von Hamburg in Richtung München neben dem Bahnhof Seelze bei Hannover und dem Nürnberger Rangierbahnhof einer von drei wichtigen Knotenbahnhöfen. Über Bebra fahren zudem viele Züge der Stahl- und Chemieindustrie. Wer sich einen Tag an die Strecke zwischen Bebra und Fulda stellt dürfte so ziemliche alle Erzeugnisse gesehen haben, die auf dem deutschen Schienennetz transportiert werden. Während des Streikes werden wir in Bebra mit einem Streikposten rund um die Uhr vor Ort sein.“
Den immer wieder aufkommenden Vorwurf, dass bei einem Erfolg der GDL sich schnell neue Gruppen formieren könnten die dann ebenfalls das Land „lahm legen“ könnten lässt Mühlhausen nicht gelten: „Bis man eine Gewerkschaft gegründet hat, eine entsprechende Anzahl an Mitgliedern hat und dann überhaupt verhandlungs- und tariffähig ist dauert es eine gewisse Zeit. Ganz zu Schweigen von der Streikkasse, in die wir seit 140 Jahren einsparen.“

Nachricht vom 5.11.07 10:16

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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 20. September 2020

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