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GDL: Weniger Intercity und ICE - Fernverkehr in der Region wird ausgedünnt

Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kritisiert die zum 15. Juni 2008 geplanten weiteren Streichungen im Fernverkehr in der Region Waldhessen.

Thomas Mühlhausen, Vorsitzender der Ortsgruppe dazu: „Das Angebot auf der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung wird künftig am Sonntagmorgen komplett gestrichen.“ Konkret geht es dabei um drei Züge, die ab dem genannten Datum nicht mehr an Sonntagen verkehren.

-IC 2156 von Erfurt nach Düsseldorf, Abfahrt in Bebra um 8:23 Uhr

-IC 2355 von Dortmund nach Ostseebad Binz, Abfahrt in Bebra um 9:36 Uhr

-IC 2154 von Berlin-Gesundbrunnen nach Düsseldorf, Abfahrt in Bebra um 10:23 Uhr

Ebenfalls ausgedünnt wird aber auch das Angebot an ICE auf der Strecke von Wiesbaden und Frankfurt über Fulda und Bad Hersfeld nach Leipzig und weiter nach Dresden. Mühlhausen: „Wir wundern uns sehr darüber, dass die Bahn in ihrem immer wieder als Premiumprodukt angepriesenen Segment der ICE-Züge das Angebot reduziert.“ Konkret geht es hierbei um folgende Züge

-Samstags ICE 1657 von Frankfurt Hauptbahnhof nach Leipzig, Abfahrt in Fulda 20:13 Uhr

-Samstags ICE 1544 von Dresden nach Frankfurt Hauptbahnhof, Abfahrt in Bad Hersfeld um 18:20 Uhr

-Sonntags ICE 1642 von Dresden nach Frankfurt Flughafen, Abfahrt in Bad Hersfeld um 10:20 Uhr

Bereits in den vergangenen Jahren war das Angebot auf der Mitte-Deutschland-Verbindung über Bebra stark zusammengestrichen worden. Nachdem die damals noch als Interregio verkehrenden Züge aus Richtung Ruhrgebiet lange Zeit über Weimar nach Chemnitz fuhren strich man Anfang des neuen Jahrtausend den Abschnitt zwischen Weimar und Chemnitz aufgrund mangelnder Auslastung. Einige Jahre später gab man das Produkt Interregio auf und fuhr mit den gleichen Fahrzeiten und Waggons als Intercity, was mit einer erheblichen Verteuerung der Fahrkarten verbunden war, ohne das die Reisenden dadurch einen besseren Nutzen hatten. Zu einem späteren Zeitpunkt verlängerte man die Züge ab Weimar weiter in Richtung Berlin und Ostseeküste. Hinzu kamen täglich einige ICE die von Köln und Düsseldorf über Bebra nach Leipzig und Dresden und zurück fuhren. Mühlhausen: „Das damalige Angebot konnte sich sehen lassen und wurde, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, auch sehr gut angenommen. Doch im Dezember 2007 verschwanden die ICE wieder, so dass die Intercity blieben.“
Die aktuellen Streichungen zum Juni begründet die Bahn wieder mit mangelnder Auslastung. Mühlhausen hierzu: „Da der Vorstandsvorsitzende der Bahn Hartmut Mehdorn das Unternehmen mit aller Macht an die Börse bringen will muss alles, was sich scheinbar nicht rechnet auf dem Altar der Kapitalmarktfähigkeit geopfert werden. Scheinbar hat aber noch niemand von den Damen und Herren in den beiden Bahnzentralen in Berlin und Frankfurt begriffen wie man Zugverbindungen tatsächlich gut auslastet: Neben sauberen und pünktlichen Zügen erwarten die Kunden auch einen verlässlichen Fahrplan der es ermöglicht mit möglichst wenig Umsteigen oder sogar umsteigefrei von A nach B zu kommen. Hinzu kommen günstige Fahrpreise ohne das man sich lange im Vorfeld festlegen muss, damit auch Familien oder ältere Menschen eine Fahrt mit der Bahn der mit dem Auto vorziehen. Mit der in den vergangenen Jahren verfolgten Geschäftspolitik hat man sich jedoch konsequent davon entfernt.“ Mühlhausen wünscht sich daher das Eingreifen der Politik: „Mit dem Beschluss der SPD die Transportbereiche der Bahn nur zu einem guten Viertel privatisieren zu wollen sind wir auf einem guten Weg, unserer Auffassung nach ist der Unternehmen jedoch auch weiterhin nicht börsenfähig. Sollte der Schritt an die Börse tatsächlich vollzogen werden befürchten wir weitere Zugstreichungen bis hin zur Kompletteinstellung des Angebots der Intercity über Bebra.“

Nachricht vom 16.4.08 08:02

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 18. Oktober 2019

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