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Landrat und Kreisbauernverband begrüßen Aussaat-Verbot für genmanipulierten Mais

Dr. Schmidt und Diegel: Entscheidung wichtig für Landwirte und Verbraucher / Forderung an Ministerin Aigner: Keine Patente auf Tiere und Pflanzen

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, haben die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner begrüßt, nach der die Maissorte MON 810 der US-amerikanischen Firma Monsanto in Deutschland nicht mehr angebaut werden darf. „Diese Entscheidung war richtig, sie dient dem Schutz von Mensch und Natur und sie war notwendig, um den Landwirten und den Verbrauchern Klarheit zu verschaffen“, sagten Dr. Schmidt und Diegel.

Foto: „Keine Patente auf Leben“ (v.l.n.r.: Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Kreislandwirt Horst Taube, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Inken Lampe vom Deutschen Bauernverband, Dr. Maren Heincke vom Evangelischen Zentrum für Erwachsenenbildung und Klaus Reinhard vom Landesbetrieb Landwirtschaft Eichhof Bad Hersfeld bei der Diskussions-Veranstaltung zum Thema Gen-Patente, zu der Landrat Dr. Schmidt Ende vergangenen Jahres eingeladen hatte

Der Landrat, der selber auf einem landwirtschaftlichen Hof in Nentershausen-Dens aufgewachsen und Landwirtschaftsmeister ist, sowie Agrarwirtschaft studiert hat, wendet sich gegen die genveränderte Maissorte ebenso, wie er sich gegen Patente auf Tiere oder Pflanzen ausspricht. In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hatte er erst kürzlich entschieden gegen die „Industrialisierung und Patentierung von Leben“ gewendet.

Derzeit sind nach Darstellung von Landrat Dr. Schmidt und Kreisbauernverbands-Vorsitzendem Diegel einige hundert Patentanträge auf die Zucht von konventionellen Pflanzen und Tieren am Europäischen Patentamt in München anhängig. Tomaten oder Schweine, die etwas schneller wachsen sollen. Patente auf Kühe, die mehr Milch geben oder auf einen Brokkoli: „Vom Saatgut bis zum Schnitzel, vom Mehl bis zur Milch - die Industrie holt zum Generalangriff auf die allen Menschen gemeinsamen Lebensgrundlagen aus. Sie missbraucht das Patentrecht zur Übernahme von Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft“, erklärte der Landrat gegenüber Ministerin Aigner.

Am Beispiel eines Patents der Firma Monsanto, das auf die Zucht von ganz normalen, konventio-nell gezüchteten Schweinen angemeldet ist (EP 165 1777), wird nach Darstellung von Dr. Schmidt und Diegel deutlich, dass internationale Konzerne umfassende Kontrolle über Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung erlangen und bei Bauern und Verbrauchern kräftig Kasse machen wollen. Das genannte Patent erstreckt es sich auf die Zucht von ganz normalen Schweinen. Die im Patent beschriebenen Merkmale finden sich bei allen Schweinerassen wieder – das Patent dient nicht dem Schutz einer Erfindung, sondern es dient der Aneignung von Gemeinschaftsgut, dem Durchgriff auf Züchtungsgrundlagen und bedroht so die heimischen Landwirte, erklärten der Landrat und Bauernverbandsvorsitzender.

Das Patent ist nur ein Beispiel von vielen: In Europa sind inzwischen hunderte von Patentanträgen auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren angemeldet. „Gehen diese Patente durch, haben Konzerne wie Monsanto nicht nur die Kontrolle über genmanipulierte Pflanzen, sondern auch über die normale Züchtung. Die Patentierung wird von den Konzernen dazu missbraucht, um - über die Rechte auf Züchtungsgrundlagen von Pflanzen und Tieren - die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette bis hin zur Erzeugung von Lebensmitteln zu beherrschen“, befürchten Landrat Dr. Schmidt und Kreisbauernverbands-Vorsitzender Diegel. Diese Konzerne bestimmen dann, was zu welchen Preisen auf den Markt kommt – Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher geraten in zunehmend engere Abhängigkeiten. Zudem führt die patentrechtlich gestützte Machtkonzentration im Züchtungsbereich zu einer gefährlichen Verengung der Entwicklungsimpulse und -möglichkeiten.

„Keine Patente auf Saatgut, Pflanzen, Tiere und Lebensmittel! Kein Patent auf Leben!“ lautet daher die Forderung von Landrat Dr. Schmidt und Kreisbauernverbands-Vorsitzendem Diegel.

Nachricht vom 15.4.09 12:46

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Letzte Aktualisierung: Dienstag, 11. August 2020

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