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Biogasanlage in Bebra: Im Gespräch bleiben
Vertreter möglichst vieler Interess .

Das Thema Biogas bleibt aktuell

Eine Fachtagung in Rotenburg informierte umfassend über die Chancen und Risiken einer verstärkten Biogasnutzung in Bebra. Wichtigstes Ergebnis: Alle Beteiligten müssen den Austausch und das Gespräch suchen.
ZuBRA. Die Interkommunale Zusammenarbeit Bebra, Rotenburg an der Fulda, Alheim (ZuBRA) und die naturkraft-region luden zur Fachtagung „Biogasnutzung in ZuBRA – Chancen und Aufgaben“. Erklärtes Ziel der Veranstalter war es, den knapp einhundert Besuchern einen möglichst objektiven Überblick über das Thema zu liefern und Vertreter vieler verschiedener Interessengruppen zu Wort kommen zu lassen – und zwar abseits jeglicher Form von Panikmache.
Björn Staub vom LLH Eichhof zeigte in einem Einführungsvortrag auf, dass Biogasnutzung einen wichtigen Bestandteil bei der Umstellung auf erneuerbare Energien darstellt, unter anderem weil im Gegensatz zu Sonnen-, Wind- und Wasserkraft Strom rund um die Uhr in variablen Mengen je nach Bedarf erzeugt werden kann und sich Substrate und Gas leicht speichern lassen. Zudem wies Staub darauf hin, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1.1.2012 novelliert werde. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biogasanlagen, die nach dem 31.12.2011 errichtet werden, seien somit vollkommen offen. Biogasnutzung werde immer ein Nischenprodukt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien bleiben aufgrund der begrenzten Anbauflächen – wichtig sei ein gut ausbalancierter Energiemix, zu dem auch Biogas beitragen kann. Oberste Priorität müsse in jedem Fall die effiziente Nutzung des Gases entweder durch gute Wärmenutzung oder durch Einspeisung des erzeugten und veredelten Gases sein.
In Kurzvorträgen äußerten Vertreter verschiedener Interessengruppen ihre Einschätzung der Situation. Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, sieht wie die meisten Referenten grundsätzlich großes Potential in der Biogasnutzung, jedoch sollte analysiert werden, ob eine Anlage wie die in Bebra geplante nicht zu groß dimensioniert sei. Aus Sicht der Landwirte müsse das Ziel sein, einen Pachtkrieg zu vermeiden. Klaus Vetter vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter fügte hinzu, dass insbesondere die Milchbauern befürchten, durch eine weitere Biogasanlage noch größerer Flächenkonkurrenz ausgesetzt zu sein.
Werner Herzog vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) steht hinter dem Ausbau erneuerbarer Energien, befürchtet jedoch einen Verlust an Biodiversität, da eine zu große Anlagendichte Monokulturen nach sich zieht. Biolandwirt Harald Brandau wies zudem darauf hin, dass durch ausgedehnten Maisanbau die Erosionsgefahr steige. „Bereits jetzt ist das Grundwasser in vielen Gebieten der Region durch Stickstoff belastet“, warnte Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft. Ein verstärkter Maisanbau könnte das Problem verschärfen, jedoch gelte das für jede Art von Intensivierung im Ackerbau.
„Projekte aus dem Bereich erneuerbare Energien bieten großes Potential im Tourismus“, erklärte Marcus Eulenberg vom Tourismus-Service der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal. Jedoch könnte es zu negativen Effekten kommen, wenn das Landschaftsbild verschlechtert werde. Im Namen der Jagdgenossenschaft Hersfeld-Rotenburg forderte Hermann Eimer, dass die Anlagenbetreiber Kosten für Wildschäden, die durch verstärkten Maisanbau entstehen, mittragen müssen, um extreme finanzielle Belastungen einzelner Jagdpächter zu vermeiden.
Herbert Höttl, Geschäftsführer der Stadtwerke Bebra, entgegnete in Bezug auf mögliche Monokulturen, dass im Falle der Bebraer Anlage Mais höchstens zu einem Drittel als Substrat dienen könne, da die Rahmenbedingungen keinen höheren Maisanteil zulassen. Zudem verwies er auf die Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse im Mai erwartet werden. Norbert Nordmeyer von der E.ON Mitte GmbH legte dar, dass Biogasanlagen nicht auf bestimmte Substrate festgelegt sind – je nach eingesetzter Technik gebe es viel Spielraum. Zudem kann in Bebra die Art der verwendeten Substrate gemeinsam mit den Landwirten festgelegt werden. Auch böten sich den Landwirten große Möglichkeiten zur Mitbestimmung in Form von Gesellschaften und Verträgen.
Zum Abschluss lud Dr. Brigitte Buhse von der naturkraft-region alle Interessengruppen zu einem „Runden Tisch Biogas“ ein, der in Kooperation mit der ZuBRA und dem LLH Eichhof entstehen soll, sobald neue Fakten auf dem Tisch liegen. Das einmütige Fazit der Veranstaltung lautete, dass die Teilnehmer im Gespräch bleiben und die Entwicklung gemeinsam begleiten wollen.

Nachricht vom 6.4.11 09:16

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 18. Oktober 2019

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